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Hans ten Doornkaat

Das Medium Bilderbuch


Buchgestaltung: Agnès Laube, Zürich / Stuttgart

Deutsch, ca. 256 Seiten, ca. 200 Abbildungen, 19,5 × 26 cm, Klappenbroschur

Euro [D] 39.–, Euro [A] 40.–

Vorbestellbar. Erscheinungstermin verzögert, voraussichtlich 2025

ISBN 978-3-03863-070-8

CHF   39.00



→ Das Bilderbuch aus einem neuem Blickwinkel betrachtet – nicht pädagogisch, nicht thematisch, sondern stets mit Blick auf das ganze Medium und seine Eigenheiten und Möglichkeiten: Text-Bildverhältnis, Ausstattung, Gestaltung, Leserichtungen, technische Anforderungen und vieles mehr

→ Alle Teile eines Bilderbuches erzählen: primär Bilder und Texte, aber sie sind mitgeprägt von Seitenrhythmus, Layout, Typografie usw.

→ Der Band verbindet in kurzen Kapiteln Theorie und Kritik mit Praxiswissen


Jeder und jede kennt Bilderbücher und praktisch alle haben gleich die eigenen, emotional besetzten Favoriten vor Augen. Doch geht es hier nicht um Lieblingsbücher von einst, sondern um die Frage, wie die komplexe Sinnkonstruktion in dem scheinbar so einfachen Medium funktioniert. 

Immerhin gilt es Informationen aus mindestens zwei völlig unterschiedlichen Modi zu kombinieren – Bild und Text. Und neben diesen sind auch Format und Papier Erzählfaktoren. Halbseiten, Stanzungen und Klappen gelten zwar als Effekthascherei. Doch genau diese Elemente zeigen, wie physische und haptische Aspekte miterzählen.

Weshalb haben Vor- und Nachsatz im Bilderbuch ein narratives Gewicht? Was hat es mit der geradezu konstitutiven Länge von 32 Seiten auf sich und was bedeutet diese «Kürze» auf allen Ebenen? 
Das einzelne Umblättern ist wirkmächtiger als der Schnitt im Film. Und die jüngere Entwicklung führt zu einer Offenheit für Erzählstrategien aus Comics. 

Die Komplexität des einfachen Lesestoffs wird praxisnah und doch umfassend analysiert. Das ist in dieser Form nur möglich, weil der Autor sich sein ganzes Berufsleben lang von allen Seiten her und in allen Prozessstadien mit Bilderbüchern auseinandergesetzt hat. Eingeflossen in die Publikation sind auch spezifische Fragen an Illustrierende und ihre Feedbacks.

Bilderbuchliteratur wird heute vorwiegend im didaktischen Kontext analysiert. Noch nie hat eine deutschsprachige Publikation das Medium so bewusst hinsichtlich grafisch-handwerklicher Aspekte ergründet. Doch auch wenn der Ansatz nicht erziehungswissenschaftlich orientiert ist, so weitet die grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Medium den Blick für die Rolle des Bilderbuchs als Zugang zu literarischer und visueller Kultur, zum Spiel von Fantasie und Form, zu individuellen Lesarten und zwingender Logik.

Die Publikation stellt das Medium Bilderbuch als Ganzes ins Zentrum und analysiert es als Objekt (des Gestaltungswillens) und als Subjekt (dessen Physis mitgestaltet). 

Mit einem Essay über Schrift und Layout bei Bilderbüchern von Agnès Laube.

Über den Autor:

Hans ten Doornkaat (*1952) ist in verschiedenen Berufen mit dem «Medium Bilderbuch» befasst: als Lektor des Atlantis-Verlages, als Kinderbuchkritiker der NZZ am Sonntag. Jahrzehntelang war er Fachdozent in der Bibliothekarinnen-Ausbildung und Lehrerweiterbildung, Jurymitglied und bis 2021 als Theoriedozent für Illustration an der Hochschule Luzern Design & Kunst. Er hat mehrfach Ausstellungen zu Bilderbüchern kuratiert, u. a. für das Schweizer Nationalmuseum.
Am wichtigsten für sein Nachdenken über Bilderbücher ist ihm jedoch der ständige Austausch mit Illustrierenden.




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